"Metal matters - Heavy Metal als Kultur und Welt"

Die interdisziplinäre Tagung am 3. bis 5. Juni 2010 an der HBK Braunschweig, organisiert von Rolf F. Nohr und Herbert Schwaab

Anfang Juni 2010 hat die Tagung "Metal matters - Heavy Metal als Kultur und Welt" in Braunschweig versucht, eine Leerstelle der Kultur- und Medienwissenschaft mit auszufüllen und die Komplexität des Phänomens Metal herauszustellen. Dieser Blog bündelt die Perspektiven der Konferenz und versucht den dort interdisziplinär zusammengeführten Strom aus Ideen, Projekten und Perspektiven vorläufig fortzuführen.

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Dienstag, 19. November 2013

Puerto Rico anyone?

Heavy Metal Music and the Communal Experience Conference. Gutes Lineup. Mal schauen, was das Reisebüro & mein Banksachbearbeiter sagen...
(thanx@arne)

Mittwoch, 9. Oktober 2013

49° MetalZone - Metal in und aus Afrika

In Bayreuth findet in den nächsten Tagen ein wunderschönes Festival statt, dass sich schwerpunktmäßig mit Metal in/aus Afrika auseinander setzt. Prima Band-Lineup, schönes Ausstellungsprogramm, gute Filme und some usual suspects als Vortragende. Vorbildlich. Hingehen!

Montag, 22. April 2013

Hrad Wired Programm & Anmeldung


Das Programm für das - mittlerweile - dritte Hard Wired, das interdisziplinäres Arbeitsgespräch zur Heavy-Metal-Forschung (dieses mal an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien) am 7. und 8. Juni 2013, ist online. Wer hin will: Anmelden nicht vergessen.

Freitag, 15. März 2013

The Heavy Metal and Popular Culture Conference

Das Programm für die Konferenz in Ohio ist online - wenn wer da ist, es liest sich prima....

Montag, 11. März 2013

Zwei CfPs: "Metal and Politics" & "Unpopular Culture"

Zwei Veranstaltungshinweise auf einmal, jeweils mit call for papers auf der Website. Die erste Veranstaltung ist direkt Metal-relevant, nämlich die Konferenz "Metal and Politics - Zwischen Ideologie und Utopie" in Köln (22.-23. November 2013, organisiert von David Stoop & Roman Bartosch):

www.metalconferencecologne.de

Die zweite Veranstaltung kann eigentlich auch gar nicht ohne Metal-Anteil auskommen - es handelt sich dabei um die Konferenz "Unpopular Culture" in München (31. Oktober - 2. November 2013, organisiert von Martin Lüthe und mir):

www.amerikanistik.uni-muenchen.de/uc

Einsendeschluss für abstracts ist der 1. Mai bzw. der 26. April 2013.

Freitag, 22. Februar 2013

Metal medial

Beim 26. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloqium in Marburg (04. - 06. März 2013) wird es ein kleines, aber feines Metal-Panel geben. Laura Niebling (Bochum) spricht zu Access all Areas – Die Geschichte des Rockumentary-Films, Peter Podrez (Erlangen-Nürnberg) zu Are you ready… to kill each other? Das Metal-Konzert als körperlicher Exzess und Julia Eckel (Bochum) bekennt sich zu Manowar:
Wimps and Posers leave the hall – Trueness im Heavy Metal.

Montag, 17. Dezember 2012

Was erzählt Pop?

Auf der 5. Jahrestagung AG Populärkultur und Medien (Berlin, 10.-12.01.13) wird es am ersten Tag ein Mini-Metal-Panel geben. Charris Efthimiou wird über Das Narrative in der Musik von Iron Maiden sprechen, Esteban Sanchino Martinez über Heavy Metal als Narrativ des Drastischen.
Weitere Infos dazu unter: http://www.popkongress.de

Mittwoch, 23. Mai 2012

Hard Wired-Symposium


Die Institutionalisierung der Metal Studies sind ein Projekt, dass Hand in Hand geht mit der Nobilitierung des Gegenstandes für die wissenschaftliche  Praxis - und umgekehrt. Das zumindest könnte eine Quintessenz des Hard Wired–Workshops sein, der Mitte April in Zürich stattgefunden hat.
Der Schwerpunkt des Workshops lag auf der Diskussion methodologischer Fragestellungen. Und als Fazit könnte hier postuliert sein, dass die Methoden so bunt und vielgestallt sind, wie der Metal selbst. Und das ist gut so: genauso wenig, wie wir je herausfinden werden, was denn nun wirklich der einzig wahre & true Metal ist wir es wohl je eine vereinheitlichte Feldtheorie der Metal-Studies geben. Was gut so ist.
Eine schöne Tagungsbesprechung, die die einzelnen Beiträge und Diskussionen nachzeichnet findet sich auf dem Avantgarde Metal Blog. An dieser Stelle als Ergänzung nur noch das „Ergebnis-Protokoll“ der diskutierten organisatorischen Schritte.
Der Workshop soll in schriftlicher Form dokumentiert werden. Florian Heesch und Anna- Katharina Höpflinger haben sich der Aufgabe angenommen dies zu organisieren. Dabei ist es den beiden HerausgeberInnen wichtig, dass die Artikel den Fokus konsequent auf die Diskussion der Methode legen und diese auch für ein transdisziplinäres akademisches Publikum nachvollziehbar darlegen. Die Artikel sollen bis Ende September 2012 eingereicht werden. Selbstverständlich ist der Band auch offen für Beiträge von Teilnehmenden, die am Hard Wired keinen Vortrag gehalten haben. In diesem Fall bitten die beiden um einen Arbeitstitel und ein kurzes Abstract bis Ende Mai 2012 an a.hoepflinger@access.uzh.ch.
Zur weiteren Zusammenarbeit wurde vereinbart, dass es nächstes Jahr einen weiteren, thematisch klar fokussierten Hard Wired-Workshop geben soll. Dieser wird in Wien stattfinden und von Sarah Chaker organisiert werden. Im Jahr darauf wir es dann ­­eine Wiederauflage von Metal Matters geben! Als erster Vorschlag steht jetzt eine große Tagung für den Sommer 2014 im Raum in Regensburg im Raum, Herbert Schwaab und Manuel Trummer fungieren hierfür als Verantwortliche.

Als Fazit also: ein anregender Workshop, ein Buch, ein Workshop, eine Konferenz; spannende Vorträge, laute Musik, angenehme Atmosphäre, Bier schmeckt auch in Zürich, und Metal ist nicht tot zu kriegen...

Montag, 14. Mai 2012

Es geht ein Ruf wie Donnerhall...


The Heavy Metal and Popular Culture conference will take place April 4-7, 2013 at Bowling Green State University in Bowling Green, Ohio, USA. 
Keynote speakers: Laina Dawes, Keith Kahn-Harris, and Robert Walser.
More details to follow.

Also: schon am ein Kreuzchen im Filofax machen, ruhig bleiben und auf weitere Anweisungen warten.

Donnerstag, 3. Mai 2012

Für Kurzentschlossene..

...hier nochmal das Programm zur 4th Global Conference Heavy Metal Generations, 9.-11.Mai in Prag.

Freitag, 2. März 2012

Hard Wired II – Methoden der Metalforschung: Programm

...das CfP hatten wir ja schon - jetzt steht auch das Programm fest:

2. Arbeitsgespräch zur Heavy Metal-Forschung, 13. – 14. April 2012
Theologische Fakultät, Universität Zürich, Kirchgasse 9, 8001 Zürich Raum 200


Freitag 13.4.2012

Sozialwissenschaftliche Zugänge

14h Begrüssung, Themeneinstieg
14.15-15.15 Keynote: Britta Sweers: Ein ethnographischer Zugang zum lettischen Pagan Metal
15.30-15.55 Susanne Sackl: Was ist Metal? Eine soziologische Diskussion des Begriffs als Grundlage für empirische Forschung
15.55-16.20 André Epp: Sozialwissenschaftliche Perspektive als methodische Herangehensweise
16.20-16.40 Diskussion Sackl und Epp

Metal und gesellschaftliche Prozesse
17.00-17.25 Pierre Hecker: ‚Doing Metal‘ Can the Concept of ‚Doing Gender‘ be Applied in Metal Studies?
17.25-17.50 Jörg Scheller: Adorning Heavy Metal
17.50-18.10 Diskussion Hecker und Scheller


Samstag 14.4.2012


Musikwissenschaftliche Analysen
9.10-9.35 Lorenz Beyer: Die musikalische Syntax des Extreme Metal in Slayers „Angel of Death“
9.35-10.00 Florian Heesch: Intermedialität als Ansatz zur musikwissenschaftlichen Heavy Metal-Forschung
10.00-10.25 Charis Efthimiou: „Gott, da draußen sind eine Viertelmillion Menschen – versau es nicht!“ Ein Versuch den typischen IRON MAIDEN-Klang aus musikanalytischer Sicht zu beschreiben.

Medientheoretische Zugänge

11.10-11.35 Andreas Wagenknecht: YouTube als Quelle, Thema und methodische Herausforderung der Metal-Forschung
11.35-12.00 Anna-Katharina Höpflinger: „Alles im schwarzen Bereich“ Der circuit of culture als methodologischer Rahmen für die Erforschung vestimentärer Prozesse im Schweizer Black Metal
12.00-12.15 Diskussion Wagenknecht und Höpflinger

Hermeneutische Fragen
14.00-14.25 Manuel Trummer: Buchpräsentation: Sympathy for the Devil? Transformationen und Erscheinungsformen der Traditionsfigur Teufel in der Rockmusik.

14.25-14.50 Arlette Huguenin: Wimps and Posers Leave the Hall. Zur Nähe und Distanz in der Heavy Metal-Forschung am Beispiel des Forschungsprojektes “Text Linguistics in Music Magazines and Webzines”
14.50-15.15 Dominik Irtenkauf: Narratologie als Schlüssel zur Mythosmaschine Metal
15.15-15.35 Diskussion Trummer, Huguenin und Irtenkauf

Definitorisches
16-16.25 Rolf F. Nohr: ‚Objekt‘ Metal. Konstitution eines Forschungsgegenstands
16.25-16.35 Diskussion Nohr

16.35-17.30 Schlussdiskussion

Donnerstag, 16. Juni 2011

Home of Metal: Heavy Metal and Place

Der spatial turn erreicht den Metal! Auf nach Birmingham ... und dann in die Broad Street, den "Walk of Stars" suchen... dritter Stern von rechts: Ozzy. The Place of Metal.

Home of Metal is a celebration of the music that was born in the Black Country and Birmingham, a project created and produced by Capsule. Bringing people together to share their passion and exploring themes of Heavy Metal through exhibitions, film screenings, live events, a conference and family friendly activities. Four decades since Heavy Metal was unleashed onto an unsuspecting world, Home of Metal honours a truly global musical phenomenon.
For the full season and detailed event information see: www.homeofmetal.com
The Heavy Metal movement is littered with accounts of its origins, not only concerning the origins of the sound, but also the geographical and political locations from which the music evolved. As Metal has become a global phenomenon, over its 40 year history, the relationship between its sound to the various sites where those sounds, styles and fashions emerge is in constant evolution. However metal is simultaneously acutely aware of its origins In Birmingham and the Black Country.
The Home of Metal Conference on heavy metal and place aims to explore and evaluate the important role that location, heritage and place have in the origins of metal. It will serve to engage in debate concerning values, histories and myths in the foundation of this movement in Birmingham, the Black Country and beyond. It is a movement that is in continuous dialogue with its past and its origins most notably through bands such as Black Sabbath, Judas Priest, Led Zepplin and Napalm Death to name but a few.
Metal studies, being a new movement has not yet explored this area of place. This conference will not only serve to recognise the pivotal role that Birmingham and its surroundings has played in Heavy Metal and place, but will also be the first of its kind in being able to contribute to argument and debate in Metal studies, music studies, cultural theory, media theory and journalism. In addition to this, an interesting avenue of exploration is the dual origin of Heavy metal and Cultural Studies in the same decade in Birmingham.
Dr. Niall Scott, Senior Lecturer in Ethics University of Central Lancashire

Mittwoch, 19. Januar 2011

CfP Sonic Doom: Decay, Disease, and Destruction in Music

From the Requiem Mass to death metal, from mourning to torture, music has long been used as a means of evoking, communicating, and sometimes creating decay, disease, and destruction. Music can represent otherwise inexpressible states of sublimity and pain, and can function as a means of representing, mediating, and understanding violence and loss.
We invite you to join us in opening new dialogues on the darker side of musical and sonic culture. The many possible avenues of inquiry include, but are not limited to, investigations of violence, death, and disease in music, the destructive or restorative possibilities of sound, the effects of music and sound on the body, and questions of decadence and decay.
"Echo: a music-centered journal" is pleased to announce its fifth annual conference, "Sonic Doom: Decay, Disease, and Destruction in Music," to be held at UCLA on May 13-14. James Deaville (Carleton University) and Mitchell Morris (University of California, Los Angeles) will give the keynote addresses. Scholars from all disciplinary and methodological backgrounds are invited to submit proposals for papers on this theme. We also welcome proposals for presentations that deviate from the standard paper format, including performances, lecture recitals, multimedia work, etc.
Presentations will each be twenty minutes long (around 2400 words), followed by ten minutes for discussion.Individual presenters should submit an abstract of 300 words or less, and should also include: 1) the paper or presentation title; 2) the author's name and a brief biography (50-100 words); 3) institutional affiliation and contact information; 4) audio-visual requirements. Proposals for pre-arranged panels of two or three papers are also welcome (although individual papers from panel submissions might be selected separately). Panel proposals should include all of the above requirements for each member of the panel, as well as a separate, more general description of the panel's overall theme (200-250 words).
Submissions must be received by March 1, 2011 and may be sent electronically to echoconf at ucla.edu. For submission details see: http://www.echo.ucla.edu/Volume9-Issue1/conference11.html.

Dienstag, 7. Dezember 2010

CfP PCAACA

Hinter diesem Abkürzungsungetüm verbirgt sich die sehr rührige Popular Culture Association / American Culture Association. Die tagt jährlich einmal zentral und in vier regionalen Tagungen. Und kümmert sich nun wirklich in epischer Quantität & Qualität um alles was populär & amerikanisch im weitesten Sinne ist. Umso schöner, dass es nun auch dort also ein Panel zu Metal & mehr gibt. Nicht zuletzt hatte der Schreiber dieser Zeilen letztes Jahr bereits das immense Vergnügen sich in Albuquerque von Daniel Belgrad im Panel "Academic Headbanging: Critical Analyses of Heavy Metal Music" erklären zu lassen, wie die Lektüre von Horror-Schundromanen Geezer Butler dazu angehalten hat, gnostisches Gedankengut in seine Arbeit einfließen zu lassen...
Wer also an sowas Spaß hat (und wer hat das nicht?) kann nächstes Jahr nach San Antonio jetten...


Call For Papers: PCA/ACA 2011 National Conference in San Antonio, TX
April 20-23, 2011
Panel: Aggressive Music and its Effects
This panel is constructed to discuss the history, influences, and other aspects of aggressive music. This determination includes; punk, hardcore, death, metal, or anything that could be defined as aggressive. All papers on these relationships will be considered.
What to send: Abstracts of 150 words will be accepted for consideration
Deadlines for submission: Abstracts must be submitted by January 10, 2011
Contact: Eric James Abbey, ejabbey@oaklandcc.edu
Full Information at: http://www.pcaaca.org

Mittwoch, 29. September 2010

Rezension: "Hideous Gnosis: Black Metal Theory Symposium 1"

Während gerade der Konferenzband zu “Metal Matters” entsteht, kann ein Blick auf eine artverwandte Veröffentlichung nicht schaden. Hideous Gnosis sammelt die Beiträge zum “Black Metal Theory Symposium 1“, das am 12. Dezember in Brooklyn, NY stattfand. Die Zahl im Titel deutet an, dass die Organisatoren es nie dabei bewenden lassen wollten; der zweite Teil zum Thema „Melancology“ (also grob gesagt der Umwelt im weitesten Sinn) wurde für den 13. Januar 2011 in London angekündigt.

Wie auch „Metal Matters“ stieß das erste Symposium durchaus auf Widerstand bei den Metallern, wie die Kommentare im zugehörigen Blog zeigen, die auch teilweise am Ende des Konferenzbandes abgedruckt wurden; insgesamt ist man sich einfach nicht sicher, ob Kulturwissenschaft und Metal überhaupt zusammengehen, ob dem Metal dadurch nicht geschadet wird, und ob man ihn nicht intellektualisieren, totdiskutieren und missverstehen würde. Wenn man Hideous Gnosis liest, muss man den Kritikern im Vorfeld leider rechtgeben, wenn auch aus teilweise unerwarteten Gründen.

Die Aufsätze sind von bestenfalls durchwachsener Qualität, und das größte Problem ist, dass oftmals Wissenschaftlichkeit durch unerträglichen Jargon vorgegaukelt wird, hinter dem sich aber nur antrainierte akademische Reflexe verstecken. Beispielsweise hört sich Aspasia Stephanous Betrachtung der Wolfssymbolik im Black Metal wirklich wie eine gute Idee an, aber wenn jemand auf nur elf Seiten Deleuze und Guattari, Virilio, Freud, Kristeva, Lacan und Marinetti unterbringen will, ohne sich die Mühe zu machen, deren Texte zu erklären oder auch nur das eigene Verständnis nachzuweisen, dann kann man sich vorstellen, wie produktiv diese Analyse wissenschaftlich gesehen ist, vom Unterhaltungs- und Informationswert für Nichtwissenschaftler ganz zu schweigen. Der Jargon klingt oftmals so, als wolle sich ein Autor angesichts eines populärkulturellen Themas unbedingt seiner Wissenschaftlichkeit versichern, die er allerdings anstatt über eine kluge Analyse leider über eine gewisse Sprache definiert; im schlimmsten Fall weiß man nicht, ob man es nicht mit einer Parodie zu tun hat. Das andere Extrem des Konferenzbandes besteht darin, dass einige Texte wie expressionistische Manifeste wirken, die weder Argumente noch Thesen präsentieren, aber dafür assoziativ und mit oft lächerlich pompöser Rhetorik vorgehen; „Transcendental Black Metal“ von Hunter Hunt-Hendrix ist nur ein Beispiel dafür. Man fragt sich so bei praktisch jedem Text, ob der jeweilige Autor in wenigen Sätzen erklären könnte, was er sagen will, ja ob er es überhaupt selbst weiß; manche Texte sind einfach Quatsch. Die rühmliche Ausnahme ist Benjamin Noys’ “‘Remain True to the Earth!’: Remarks on the Politics of Black Metal”, der klare Argumente verständlich vorbringt und umfassendes Fachwissen ebenso mitbringt wie die Begeisterung für die Musik, die seinen Text auch für Fans öffnet, die keinen geisteswissenschaftlichen Abschluss mitbringen.

Insgesamt krankt das Buch an schlechter editorischer Arbeit. Die Artikel wirken, als wären die Vorträge unbearbeitet gedruckt worden, und das gesamte Buch wirkt wie Stückwerk. Anstelle einer Einleitung, die der Veröffentlichung einen Rahmen und dem Leser somit Hilfestellung hätte geben können, findet man ein Zitat aus jedem der Aufsätze; diese selbstverliebte Nabelschau ist es, die mich an dem Buch am meisten stört. Die meisten Beteiligten finden sich selbst allzu cool dabei, Black Metal (wie rebellisch!) kulturwissenschaftlich (doppelt rebellisch!) zu betrachten, und dabei muss man ihnen nicht unbedingt gerne zusehen.

Somit kann ich Hideous Gnosis leider nur insofern empfehlen, als es zumindest stellenweise für eine wissenschaftliche Betrachtung des Black Metal nützlich sein könnte. Jeder, der zum Thema arbeitet, kann einen Blick riskieren, aber gäbe es nicht so wenige Publikationen dazu, hätte es sicherlich kaum Beachtung verdient. Als Fan bin ich (bis auf oben genannte Ausnahme) schlicht enttäuscht.

Hideous Gnosis: Black Metal Theory Symposium 1. Hg. Nicola Masciandaro. CreateSpace, 2010. ISBN: 1450572162. 292 Seiten. 17$.

http://blackmetaltheory.blogspot.com

Inhalt:
Steven Shakespeare, “The Light that Illuminates Itself, the Dark that Soils Itself: Blackened Notes from Schelling’s Underground.”
Erik Butler, “The Counter-Reformation in Stone and Metal: Spiritual Substances.”
Scott Wilson, “BAsileus philosoPHOrum METaloricum.”
Hunter Hunt-Hendrix, “Transcendental Black Metal.”
Nicola Masciandaro, “Anti-Cosmosis: Black Mahapralaya.”
Joseph Russo, “Perpetue Putesco – Perpetually I Putrefy.”
Benjamin Noys, “‘Remain True to the Earth!’: Remarks on the Politics of Black Metal.”
Evan Calder Williams, “The Headless Horsemen of the Apocalypse.”
Brandon Stosuy, “Meaningful Leaning Mess.”
Aspasia Stephanou, “Playing Wolves and Red Riding Hoods in Black Metal.”
Anthony Sciscione, “‘Goatsteps Behind My Steps . . .’: Black Metal and Ritual Renewal.”
Eugene Thacker, “Three Questions on Demonology.”
Niall Scott, “Black Confessions and Absu-lution.”
DOCUMENTS: Lionel Maunz, Pineal Eye; Oyku Tekten, Symposium Photographs; Scott Wilson, “Pop Journalism and the Passion for Ignorance”; Karlynn Holland, Sin Eater I-V; Nicola Masciandaro and Reza Negarestani, Black Metal Commentary; Black Metal Theory Blog Comments; Letter from Andrew White; E.S.S.E, Murder Devour I.

Samstag, 24. Juli 2010

Tagungsbesprechung, Rolling Stone und die Macht alternativer Vertriebsstrukturen

Eigentlich gibt es in der aktuellen Ausgabe des Rolling Stone (seit 22.7. im Handel) nochmals die schon in der Jungen Welt veröffentlichte Rezenssion unserer Tagung von Frank Schäfer zu lesen. Aber nur für die, die am 22. früh aufgestanden sind. Denn Prince hat sich dazu entschlossen im Zuge seiner Exploration alternativer Distributionswege seine neue CD als Gratisbeigabe just dieser Ausgabe beizulegen. Und jetzt scheinen alle Exemplare des Hefts bereits ausverkauft zu sein. Gut für die Funkateers und "no more slave to the music industry"-Aktivisten - doof für den Metaller, die wie üblich zu spät aufgestanden ist.

Dienstag, 20. Juli 2010

Metal Matters - Der Tagungsband

Es ist soweit - die Arbeiten am Tagungsband haben begonnen. Die vorläufige Bibliografie lautet wie folgt: Rolf F. Nohr / Herbert Schwaab (Hrsg.): „Metal Matters. Heavy Metal als Kultur und Welt“, LIT-Verlag Münster [Reihe Medien´ Welten. Braunschweiger Schriften zur Medienkultur, Bd.15], ein (nicht ganz ernst gemeinter) Covervorentwurf steht auch schon. Im Sommer 2011soll er dann erscheinen.
Im Vergleich zur Tagung ist nun auch das "Line-up" ein wenig angewachen. Das vorläufige Inhaltsverzeichnis sieht im Moment so aus:

Einleitung
Rolf F. Nohr / Herbert Schwaab: Einleitung & Fokussierung
Frank Schäfer: Metalforschung – braucht es das?

Metal als Kultur und Politik
Christian Heinisch: Zwischen Kult und Kultur – Heavy Metal und Dimensionen seiner Stabilisierung
Marcus S. Kleiner / Mario Anastasiadis: Politik der Härte! Bausteine einer Popkulturgeschichte des politischen Heavy Metal
Manuel Trummer: Götze, Narr, Schreckgestalt. Der Teufel und das Teuflische in der Metal-Szene.
Sören Philipps: Zwischen Stereotypen und kollektivem Gedächtnis – Die erinnerungskulturelle Dimension historischer Sujets im Heavy Metal

Mit der Moderne gegen die Moderne
Hassemer, Simon: Metal‐Alter. Zur Rezeption der Vormoderne in Subgenres des Heavy Metal
Sascha Pöhlmann: Green is the New Black (Metal):Wolves in the Throne Room, Walt Whitman und Environmental Criticism
Jörg Scheller: Vom Schrei zur Schreischule; oder Mit der Moderne gegen die Moderne: Heavy Metal als Paradessenz
Jan Leichsenring: »Wir fordern das Unmögliche.« Zur Formulierung und Funktion antimoderner Topoi in Metal-Subgenres

Ästhetik, Codes, Ethnografie
Sascha Seiler: Ästhetische Codierungen als Marketing-Instrument und ihre Brüche: Die Band Kiss und das Ende der 70er Jahre
Rainer Zuch: The Art of Dying – Zu einigen Strukturelementen in der Metal-Ästhetik, vornehmlich in der Covergestaltung
Florian Krautkrämer / Jörg Petri: Horror-Typo-Metal
Julia Eckel: „Kutte & Co.“ – Zur textilen SchriftBildlichkeit des Heavy Metal
Tomislava Kosic: Heavy Metal als kulturelles System nach der „Dichten Beschreibung“ von Clifford Geertz.
Sabrina Huber: Fans im Ausnahmezustand: Metal-Festivals – Bedeutung, Ablauf und Besonderheiten
Herbert Schwaab: Heavy Metal Parodien und ihre Beziehung zur (medialen) Realität des Metals

Glocal-Metal
Imke von Helden: Glocal Metal Lokale Phänomene der globalisierten Heavy Metal-Kultur
Christian Krumm / Holger Schmenk: „Auf einmal ist es explodiert“ – Die Entstehung der Heavy-Metal-Szene im Ruhrgebiet der 1980er; „Wir sind immer noch Fans“: Der Heavy Metal und seine Infrastruktur unter besonderer Berücksichtigung des Ruhrgebiets
Caroline Fricke: Heavy Metal in der DDR-Provinz
Franz Horváth: Protest, Provokation und Peergroup-Bildung. Heavy Metal im Ungarn der 1980er Jahre und seine Rezeption in Siebenbürgen als Ausdruck ethnischer Absonderung und Peergroup-Bildung

Gendered Metal
Birgit Richard / Jan Grünwald: Verführer und Zerstörer – mediale Bilder archaischer Männlichkeit im Black Metal
Christina-Marie Fitschen: Metal als sozio-kulturelles Barometer. Eine Betrachtung anhand des Wandels der szeneinternen Geschlechterkonstruktionen

Musikalität und Vollzug
Dietmar Elflein: Die virtuose Kontrolle der (Ohn-)Macht – Gedanken zur musikalischen Ästhetik des Heavy Metal
Daniel Kernchen: Virtuosität als Überlebensstrategie & Publikumsmagnet
Marco Lehmann / Reinhard Kopiez: Der Einfluss des „show factors“ auf die Bewertung der Performanz von Rockgitarristen
Andreas Salmhofer: Grindcore – eine „extreme“ Mutation des Heavy Metals?
Mathias Mertens: Luftgitarrespielen. Die Geburt der Musik aus dem Geist der Resonanz.

Diskursfigur Metal
Markus Stauff: Zur Figur des Verstärkerturms
Andreas Wagenknecht: Das Böse mit Humor nehmen. Image und Aneignung des Black Metal
Tobias Winnerling: “The same song and dance”. Kollektiver Individualismus als selbstinduzierter Inhibitor des Heavy Metal Universe

Appendix
Autorennachweis
Bildnachweis
Gesamtbibliografie
Gesamtdiscographie

Dienstag, 22. Juni 2010

Tagungsbesprechung

Nach der Jungen Welt hat jetzt auch powermetal.de eine Tagungsbesprechung publiziert: "Von der Rebellion zur Fachtagung - Eindrücke über einen wissenschaftlichen Exkurs". Lesenswert. Und schöne Bilder...

Donnerstag, 17. Juni 2010

Metal & Gender

2009 fand an der Hochschule für Musik und Tanz Köln die von Florian Heesch organisierte internationale Tagung "Heavy Metal and Gender" statt, bei der ein beeindruckend Vielfalt von Zugriffsweisen und Perspektivierungen auf Metal aufgefächert wurde. Ein Tagungsband dazu scheint geplant, bis dato aber leider nirgends vorangekündigt. Allerdings geben eine Tagungsrezension und der im Metal Hammer veröffentlichte Tagungsmitschnitt schon gute Einblicke.

Dienstag, 8. Juni 2010

Ausstellung inter-cool3.0 zu Lebenswelten von Jugendlichen

Die Ausstellung inter-cool 3.0 zeigt Ausschnitte aus den globalen und lokalen Lebenswelten von Jugendlichen. Im Fokus stehen Kommunikationsmedien und –inhalte: also Leitmedien wie Handy, Internet oder Mode, die kultur- und religionsübergreifend auf ein internationales Publikum ausgerichtet sind. Neben grundlegenden Themen der Jugendlichen sollen vor allem auch die kreativen Köpfe der jungen Generation in den Mittelpunkt gerückt werden, diejenigen, die Styles schaffen und weiterentwickeln, ob in ihrer Kleidung ihrer Musik oder ihren Videos z.B. auf Youtube, wo sie neue Kunstformen hervorbringen.
Die Ausstellung findet vom 17.9 bis 28.11 im Dortmunder U statt.